Neuerscheinung

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Als Kriminaloberrat Alexander Gerlach nach einem Sturz vom Rad das Bewusstsein wieder erlangt, erinnert er sich schemenhaft daran, von einem Mann gestoßen worden zu sein. War es Fred Heergarden, der sich selbst vor einigen Tagen aufgebracht des Mordes an seiner Frau bezichtigt hatte? Deren Tod liegt bereits viele Jahre zurück, doch damals deutete nichts auf einen Mord hin. Ist etwas dran an Heergardens spätem Geständnis, und besteht tatsächlich ein Zusammenhang zu Gerlachs Unfall?

 

Buchinformationen

  • März 2014
  • 3.Auflage: April 2014
  • Piper Verlag, München
  • 320 Seiten / Taschenbuch
  • 12,99 Euro
  • ISBN 9783492303378


Was die Presse sagt

Krimi-Couch.de

Wolfgang Burger besticht mit einem dichten, starken Plot, erzählt schnörkellos seine überzeugende Geschichte und findet genau die richtige Balance zwischen eigentlicher Krimi-Handlung und Privatleben seines Ermittlers. Sehr gut!

 

Leseprobe (Romananfang)

Dieser hohe reine Ton in meinem Kopf ...
Das überirdisch helle Licht ...
War ich tot?
Plötzlich wurde es wieder dunkel. Der seltsame Ton blieb, klang jedoch nicht nach Sphärengesang oder Engelsjubel. Jemand drückte grob an mir herum. Ein Arzt? War ich beim Arzt? Und wenn ja, warum? Inzwischen konnte ich auch wieder sehen. Verschwommen zwar, aber immerhin. Einen altertümlichen Kronleuchter sah ich, eine gemusterte Tapete in Brauntönen, dunkelgrüne Samtvorhänge –  nein, das war keine Arztpraxis und auch kein Krankenhaus. Aber es fummelte eindeutig jemand an mir herum, wie Ärzte es tun, brummelte medizinisches Fachlatein dazu, ein Daumen zog herzlos mein rechtes Augenlid hoch, wieder knallte das grelle Licht auf die Netzhaut.
»Oho«, sagte eine gemütliche Altmännerstimme, »wir sind ja aufgewacht!«
Ich hätte es vorgezogen, weiter bewusstlos zu sein, denn mir war speiübel. Dazu die mörderischen Kopfschmerzen, ein Hirn aus Watte. Irgendwer hatte jemanden umgebracht, das wusste ich noch. Ich versuchte, etwas zu sagen, brachte jedoch nur ein jämmerliches Keuchen zustande.
»Heißen Sie Gerlach?«
»Das Licht ist so hell«, krächzte ich.
»Versuchen wir bitte mal, dem Licht mit den Augen zu folgen.«
Die künstliche Sonne bewegte sich langsam hin und her. Ihr zu folgen war ein Kinderspiel.
»Hm«, brummte der Arzt befriedigt. »Ohrgeräusche?«
»Was?«
»Hören Sie irgendwelche Geräusche?«
»Nein. Aber das Licht! Bitte!«
»Schon vorbei.«
Wie wunderschön Dunkelheit sein konnte.
»Ihr Name ist also Gerlach?«
»Ja«, erwiderte ich und vermied es, dabei zu nicken.
Der Mann, der offenbar wirklich Arzt war, knetete weiter an mir herum, als wäre ich ein Rinderbraten, dessen Garungsgrad zu testen war.
»Vorname?«
»Alexander.«
»Was für einen Tag haben wir heute?«
Offenbar wollte er mit seinen dämlichen Fragen meine Hirnfunktionen testen.
»Samstag. Siebter Februar.«
»Und was sind wir von Beruf?«
»Bei Ihnen tippe ich auf Arzt.«
»Oho, er macht schon wieder Witze! Sie meinte ich natürlich.«
»Polizei …« Ich musste mich räuspern, was in meinem Magen eine kleine Rebellion auslöste. »Ich bin Polizist. Kripo.«